Das Fog-Eye-System

Innovation entsteht, wenn das Produkt mit dem Produktionsablauf nicht im Einklang ist. Daher sind wir in der grünen Branche immer an der Schaffung optimaler Kulturbedingungen und gesunden Pflanzenbeständen interessiert.

Wir als Jungpflanzenbetrieb (Stegemann in Löningen) beschäftigen uns schon seit 45 Jahren mit der Vermehrung von Pflanzen; und zwar überwiegend mit der Stecklingsvermehrung von Gehölzen. Hierbei mussten wir immer wieder feststellen, dass die optimale Kulturbedingung während der Vermehrungsphase der einzelnen Pflanzen mit den uns zur Verfügung stehenden technischen Mitteln für uns nicht erreichbar war. Eine herkömmliche Nebelanlage, die wir in unserem Betrieb installierten, konnte ebenso wenig zur Verbesserung der Kulturbedingungen beitragen. Während die Pflanzen unter den Nebeldüsen zu nass wurden, litten die Pflanzen an den Außenbereichen der Beete unter Trockenheit. Eine als Steuerung dienende Zeitschaltuhr füllte das Haus entweder mit zu viel oder zu wenig Nebel. Außerdem machten die festinstallierten Düsenstränge die optimale Verteilung des Nebels unmöglich.

 

Also machten wir uns selbst ans Werk, um diese Defizite einer herkömmlichen Nebelanlage zu beseitigen. Mithilfe einiger Elektronikspezialisten und durch zeitaufwendige Entwicklungsarbeit entstand ein Nebelmessgerät. Dieses Gerät kann mittels Lasertechnik die Nebeldichte messen. Dies ermöglicht uns nun, mit einer ausgeklügelten Steuertechnik die gewünschte Nebeldichte während der Kulturführung zu halten. Gleichzeitig geben wir nur so viel Nebel hinzu, wie auch tatsächlich durch Sonneneinstrahlung und Temperatur verbraucht wird. Glücklicherweise konnten wir die Benebelungsspezialisten der Firma Zentri-Jet aus Garrel dazu begeistern, an diesem Projekt mitzuarbeiten. Unser Ziel war es die Wasserfilter, Druckpumpen, Zuleitungen und Nebeldüsen so aufeinander abzustimmen, dass wir für die Pflanzenkultur mit so viel Wasser wie nötig und so wenig Wasser wie möglich den optimalen Nebel erzeugen können.

 

Eine Laune der Natur gab uns die durchschlagende Idee. So gleichmäßig wie der morgendliche Nebel über Felder und Wiesen zieht, so muss sich auch der Nebel durchs Gewächshaus bewegen, sich bis in die letzte Ecke verteilen und ein Hauch von Tau über die Pflanzen legen.

Um dies zu erreichen, entwickelten die Ingenieure der Firma Poppen Gewächshausbau aus Edewecht eine Bewegungstechnik, die den Nebel im Gewächshaus optimal verteilt.

 

Diese drei Komponenten, die Nebelmessung mit Steuerung, die abgestimmte Wasserversorgung und die Bewegungstechnik bilden im Zusammenspiel das einzigartige Fog-Eye-System. Das brandneue System ist mit einer herkömmlichen Nebelanlage nicht zu vergleichen. Vielmehr hat eine Modernisierung stattgefunden, welche ab Januar 2019 als Neuheit auf dem Markt präsentiert wird.